Praktikum in England

Ein Bericht von Nadja Huber

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Es war für mich ein sehnlicher Wunsch, der nach viel Mühe in letzter Minute noch in Erfüllung ging - ich durfte das Betriebspraktikum in England absolvieren. Hier erlebte ich eine aufregende Woche: Ich lernte die Arbeit eines Arztes im Krankenhaus und auch in einer Praxis kennen - und dazu musste ich auch noch mit der Fremdsprache zurecht kommen.

Dass es überhaupt geklappt hat mit diesem Praktikum, verdanke ich zunächst meinem Onkel, der als Arzt in Essex praktiziert und bei dessen Familie ich in dieser Zeit wohnte. Um die Arbeit eines Arztes kennen zu lernen, durfte ich an zwei Tagen eine Ärztin in der Praxis "Hawthorn Surgery" begleiten und mich in der verbleibenden Zeit im Krankenhaus aufhalten.

"Please read these sheets of paper and sign them at the bottom of each one." Da war ich also nun: Einen Tag nach meiner Ankunft wurde ich von meinem Onkel in das "Harold Wood Hospital" gebracht, wo man mir zunächst alles über Schweigepflicht, Regeln usw. erklärt hat. Um zu zeigen, dass ich alles verstanden hatte und zu erfahren, warum ich mich überhaupt für dieses Praktikum entschieden habe, musste ich mich nun durch diesen Formular-Stapel lesen und auch mehrmals unterschreiben. Darunter befanden sich auch ganz selbstverständliche Dinge, unter anderem, dass man den Patienten weder Ratschläge erteilen, noch Medikamente verschreiben darf (falls einer auf so eine Idee kommen sollte ...).

Nachdem dies geschafft war, fuhren wir zur Praxisgemeinschaft der niedergelassenen Ärztin Dr. Daniela Krers. Dort verbrachte ich zwei interessante Tage. "This is Nadja from Germany, she´s doing her work experience here. Do you mind if she sits here and watches?" So wurde ich den Patienten vorgestellt. Ich erfuhr nicht nur einiges über die einzelnen Krankheiten der Patienten, sondern auch ein wenig von der Umgebung der Menschen und etwas über das englische Gesundheitssystem. An den folgenden Tagen begleitete ich meine Tante, die Internistin ist, während ihrer Arbeit im Haroldwood Hospital. Wie der Name schon verrät, ist dieses typisch englische Krankenhaus, das bereits vor 50 Jahren gegründet wurde, von Wäldern umgeben.

Schon beim Zusehen erkannte ich, dass das frühe Aufstehen, lange Arbeitszeiten und große körperliche und geistige Belastungen diesen Beruf sehr anspruchsvoll machen. Sich in Englisch zu unterhalten, hat Spaß gemacht und war natürlich eine Herausforderung, bei der ich einiges dazulernte. Insgesamt gesehen war das Betriebspraktikum eine sehr schön Erfahrung. Besonders bedanken möchte ich mich bei Frau Dreßel und Herrn Wittmann, die mir die Fahrt nach London kurzfristig ermöglicht haben.