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Eine erlebnisreiche Woche verbrachten
neun Schüler und die Lehrkräfte Renate Höpler und Helmut Wittmann bei
der Partnerschule N 605 des Garser Gymnasiums in St. Petersburg. Gerade in diesen Tagen
um den 60. Jahrestag des Kriegsendes sind Aktionen zur "Völkerverständigung
im Kleinen" - so die Schulleiterin Valentina Jegorowa bei der Begrüßung
der deutschen Gäste in der Schulaula - von besonderer Bedeutung.
Die russischen Gastgeber hatten auch für diesen fünften Besuch einer Garser
Schülergruppe ein umfangreiches Programm zusammengestellt. In der Peter-Paul-Festung
erfuhr man die Anfänge der Geschichte Petersburgs und sah die Sarkophage vieler
Zaren, angefangen bei Peter dem Großen. Mit der imposanten Isaakskathedrale,
der Sommerresidenz "Zarskoje Selo" (hier befindet sich der Nachbau des weltberühmten
Bernsteinzimmers), der prächtigen Blutkirche und dem Museum über die Belagerung
der Stadt durch Hitlers Armee erhielt man Einblicke in unterschiedliche Epochen der
Geschichte der Stadt. Das reichhaltige kulturelle Leben erlebte die Gruppe beispielhaft
bei einem Jazzkonzert, einem Ballettabend im Mussorgskij-Theater und - als Höhepunkt
- einem Philharmoniekonzert mit dem russischen Nationalorchester. Eine Betriebsbesichtigung
in einer Speiseeis-Fertigung gefiel schließlich nicht nur wegen der kostenlosen
Produktproben.
Besonders beeindruckend für die Schüler war aber auch das Erleben des Alltags
in dieser russischen Fünf-Millionen-Stadt. Große sozialen Unterschiede werden
hier offensichtlich, der Weg von der Plan- zur Marktwirtschaft ist nach wie vor für
viele sehr steinig. Obwohl mittlerweile auch in den Vorstädten ein großes
- auch luxuriöses - Produktangebot in neuen Einkaufszentren vorhanden ist, fehlt
vielen Bürgern der entsprechende Lohn, um diese Produkte zu kaufen. Und auch die
Wohnsituation in großen Plattenbauten ist sehr beengt, doch die herzliche Gastfreundschaft
der russischen Familien sorgte dafür, dass sich die Garser Gäste trotzdem
ausgesprochen wohl fühlten. So fiel der Abschied manchen doch recht schwer und
es bleibt die Hoffnung, dass sich die eine oder andere entstandene Freundschaft auch
über den Austausch hinaus fortsetzt.
(Helmut Wittmann)
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