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Das pure Abenteuer

Von Stefanie Ettmüller und Uschi Eiler

Eine kleine, sehr wagemutige Garser Schülergruppe, d.h. 16 Schüler in Begleitung von Frau Höpler, Frau Hackl und Herrn Kriha, machte sich am 09.09.98 auf den Weg nach St. Petersburg. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste noch keiner von uns, auf was wir uns da eingelassen hatten... Nach dem „Aeroflot" - Flug waren wir der Meinung, dass es nur noch besser werden konnte. Es wurde nicht nur besser, sondern ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis. Die Umstellung von unserem kleinen, idyllischen Gars auf die große, große Stadt war nicht so schlimm, aber an den russischen Verkehr, der Darwins Theorie vom „Recht des Stärkeren" (= Autofahrer) in die Praxis umsetzt, und die „Metro", deren Fahrstil ebenfalls ein Abenteuer in sich birgt, mussten wir uns doch erst gewöhnen.

Ansonsten konnte man sich in St. Petersburg richtig wohl fühlen. Trotz eines gewaltigen Kultur-Marathons hatten wir genug Zeit, die russische Lebensweise kennenzulernen. So mancher stöhnte aber bei dem täglichen Programm, und man konnte es ihm nicht 'mal verdenken. Mit Peterhof, Sommergarten, Isaaks -Kathedrale, Museum der politischen Geschichte (wo sogar Kasi sehr viel lernte), Ermitage, Ballett „Schwanensee", Peter-Paul-Festung, ..... (ein kleiner Einblick in unser Programm!!) war das Pensum für Kultur und Bildung bei weitem noch nicht erfüllt.

Natürlich hatten wir freie Zeit zur Verfügung, wo jeder St. Petersburg auf eigene Faust in Begleitung eines Russen erkunden konnte. So sahen noch einige den russischen Zirkus oder drei Todesmutige wagten einen Gang in die „Banja" (= russische Sauna). Wie die drei das überlebten, wissen wir bis heute nicht....(siehe anschließenden Report!).

Trotzdem haben wir nicht nur in kultureller und historischer Hinsicht viel gelernt: trotz der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage haben die Russen uns sehr herzlich aufgenommen und waren stets um unser Wohlergehen besorgt. Die Gastfreundschaft, die wir dort erfahren haben, ist unbeschreiblich. Jeder bemühte sich, unseren Aufenthalt in Russland so schön und unvergesslich wie möglich zu gestalten. Der Höhepunkt unseres Schüleraustausches war der sogenannte ..Freundschaftsabend", wo die russischen Schüler und Lehrer eine kleine Feier vorbereitet hatten. Gerade bei diesem Anlass wurde die harmonische Atmosphäre, die uns während der ganzen Zeit in St. Petersburg begleitete, deutlich.

Wenn man die jetzige Situation in Europa betrachtet, die vom Krieg im Kosovo geprägt ist, so ist unser Besuch in Russland ein kleiner Lichtblick auf mehr Völkerverständigung und Toleranz. Leider macht gerade diese politische Lage es immer schwieriger, Begegnungen zwischen Jugendlichen zu fördern und so die Grundlage für ein friedliches Miteinander zu schaffen.

Russlands heiße Seite - die Sauna

Von Steffi Duschl, Stefanie Ettmüller und Uschi Eiler

Es war ein schöner sonniger Sonntag. Wir hatten einen Tag zur freien Verfügung und das Angebot bekommen, einmal die russische Sauna - die „banja" - kennenzulernen. Wir dachten uns zunächst nichts Böses dabei, aber als uns unsere Austauschpartnerinnen (die zu 66,6 % nicht mitkamen!!) teuflisch grinsend verabschiedeten, stieg ein leicht mulmiges Gefühl in uns auf. Dort angekommen, legten wir Kleider, Schmuck und Brillen ab. was unsere Orientierungslosigkeit ins Unermessliche steigen ließ. Statt dessen bekleideten wir uns mit Skimützen, Wollhauben und Kopftüchern. Stefanie avait l'air d'une Francaise, Uschi sah aus wie Steffis Opa, Steffi wie ihre eigene Oma und Anna hatte einen norwegischen Touch.

Die erste Runde Saunagang verlief eher harmlos, auch wenn uns der Gebrauch von Honig als Körperlotion etwas seltsam vorkam. Aber zum Kleben kamen wir gar nicht, weil uns das Wasser nur so runterlief. Nach kurzer KBAC (sprich Kwas = Schwarzbrotgetränk)-Pause folgte Saunagang Nummer 2: Ein Schwall Wasser auf den glühenden Ofen ließ uns eine geistige Symbiose mit gekochten Kartoffeln eingehen, und wir flohen laut kreischend unter die dafür umso kältere Dusche. Nachdem unser Puls auf 180 gesunken war und wir uns mit Pfannkuchen gestärkt hatten, kamen wir zum SM-Teil. Wir durften uns in der Hitze gegenseitig mit Birkenzweigen malträtieren. Als i-Tüpfelchen im Kabinett der Grausamkeiten erhielten wir einen Schwall Eiswasser ins Gesicht, als wir völlig ahnungslos und noch dampfend aus der Sauna kamen.

Ich glaube, wir haben keine Gemeinheiten vergessen. Ein kleiner Lichtblick: Ritter Galia kam in einem weißen Lada angeritten, eroberte die fest verriegelte Banja und rettete uns aus dem Flammenmeer. Wir haben überlebt. Was uns nicht umbringt, das macht uns nur noch härter!

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